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Fresh up Kongress Oktober 2025

Praxisnahe Tipps aus dem klinischen Alltag:

wertvolles Wissen für Wundexperten

 Zum mittlerweile 17. Mal fanden sich am dritten Oktoberwochenende etwa 200 „Geprüfte Wundberater/innen AWM®“ zum Fresh-up-Seminar der Akademie für Wundmanagement in Heidenheim ein.

Referenten und Themen – erster Tag

Eröffnet wurde die 17. Ausgabe des zweitägigen Fresh-up-Seminars im Kommunikationszentrum der PAUL HARTMANN AG von Professor Dr. Manfred Träger vom Förderverein der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim. Sabine Engstle vom Wundzentrum Kaufbeuren, die fachliche und pflegerische Leitung der AWM®, hielt anschließend den ersten Vortrag. Engstle warf einen kurzen Blick auf aktuelle gesundheitspolitische Entwicklungen in Deutschland und stellte Produkte und Neuheiten aus dem Bereich Wundversorgung vor. Zudem ging sie auf neue Fachliteratur, Lernprogramme und Messen im Bereich Wundmanagement ein. Sie präsentierte auch erste Impressionen vom neuen Zuhause der Akademie für Wundmanagement im Neubau der DHBW in Heidenheim. „Es ist alles vom Modernsten und wir haben viel mehr Platz“, so Sabine Engstle.

Erste Gastreferentin des Seminars war Katja Teubner. Sie ist Pflegetherapeutin Wunde ICW®, gelernte Krankenschwester und arbeitet in der Stabsstelle Wundmanagement des Klinikums Fürstenfeldbruck. Teubner war Mitglied des Expertengremiums zur zweiten Auflage des Expertenstandards „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“. Das war dann auch der Titel ihres etwa einstündigen Referates, in dem Teubner unter anderem die Ziele des aktualisierten Expertenstandards erläuterte. Sie ging auf einzelne Adressaten des aktualisierten Expertenstandards wie Pflegefachpersonen an Krankenhäusern und Einrichtungen der stationären Langzeitpflege und Altenhilfe sowie in der ambulanten Pflege ein. Zudem erläuterte sie fachliche und administrative Änderungen, die mit der Einführung solcher Standards einhergehen. „Ziel ist immer die Sicherung und kontinuierliche Weiterentwicklung der Qualität in der Pflege“, so Katja Teubner.

Eine Premiere im Rahmen des Fresh-up-Seminars stellte die anschließende Podiumsdiskussion dar. Kirsten Heiland, ausgebildete Krankenschwester und Pflegepädagogin und akademische Mitarbeiterin an der Katholischen Hochschule in Freiburg, Petra Krebs, Bündnis90/Die Grünen, Mitglied des baden-württembergischen Landtages und dort Sprecherin der Fraktion für Soziales, Gesundheit und Pflege, und Silvia Mester, examinierte Krankenschwester, Pflegeberaterin sowie Krankenpflegefachkraft und tätig bei der AOK Rheinland/Hamburg im Bereich der häuslichen Krankenpflege, diskutierten über das Thema „Zukunft der Pflege“. Moderiert wurde die Diskussion von Prof. Roger Jaeckel, Head of Governmental Affairs & Healthcare Management der PAUL HARTMANN AG.

Petra Krebs von Bündnis 90/die Grünen, passenderweise gelernte Krankenschwester, sagte in ihren Impulsvortrag, dass das Thema „Pflege“ jeden in unserer Gesellschaft betreffe: „Und es wird in nächster Zukunft noch viel mehr in den Vordergrund rücken.“ Dabei gehe es nicht nur um gesundheitliche und soziale Aspekte, „da geht es ganz klar auch um grundlegende Werte unseres Zusammenlebens und wie wir die Würde jedes einzelnen Menschen sichern können. Gerade in Phasen, in denen sie einen sehr großen Hilfebedarf haben“.

Zudem ging Krebs auf die Ausbildungsstandards im Pflegebereich ein. „Gesundheits-pflegewissenschaftliche Studiengänge sind ein Gewinn“, so die Landtagsabgeordnete zu der anhaltenden Debatte um die Akademiesicherung in der Pflege. Sie sprach sich für das immer noch fehlende Stimmrecht der Pflege im Gemeinsamen Bundesausschuss aus: „Das muss sich ändern“. Eine Vorlage, die Kirsten Heiland dankbar aufgriff, die sagte: „Ich denke auch, dass wir uns einmischen müssen als Berufsgruppe in die Gesundheitsversorgung der Zukunft. Wir sind so viele als Pflegende, dass der Welt eigentlich nichts anderes übrig bleibt.“ Sie wies zudem auf die zukünftig weiter steigende Bedeutung pflegender Angehörige hin.

Silvia Mester – die per Videoleitung zugeschaltet war – betonte in ihrem Vortrag die unbedingte Notwendigkeit einer permanenten Fortbildung. „Wir haben alle festgestellt, wie unerlässlich es ist, sich weiterzuentwickeln und die Erkenntnisse aus der Forschung aufzugreifen“, so Mester und bezog an dieser Stelle das Fresh-up-Seminar der Wundakademie ausdrücklich mit ein. Denn die gerade Menschen wie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fresh-up-Seminars seien letzten Endes diejenigen, „die an der Wunde arbeiten. Und die wissen, wie es läuft“.

„Wunde in Balance – unterschiedliche Blickwinkel auf die chronische Wunde“ lautete der Titel des anschließenden Referats von PD Dr. med. habil Cornelia Erfurt-Berge. Sie ist als Oberärztin und Leiterin des Wundzentrums und der Abteilung Dermatologie an der Hautklinik des Klinikums der Universität Erlangen tätig. Erfurt-Berge erläuterte unter anderem kritische Parameter der Wundheilung und die Möglichkeiten der Aktivierung des Heilprozesses durch multifaktorielles, ganzheitliches Vorgehen bei der Wundbehandlung. Zur einer „Wunde in Balance“ gehöre es zudem, „die Bedürfnisse des Patienten und die Erwartungen der Behandelnden in Einklang zu bringen“, so Erfurt-Berge.

Das letzte Referat des Tages hielt Norbert Kolbig, Leiter der Stabsstelle Wundmanagement am Universitätsklinikum Düsseldorf und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Initiative Chronische Wunden e.V. sowie Mitglied der Expertengruppe „Erhaltung und Förderung der Hautintegrität in der Pflege“ des DNQP. Kolbig stellte seine Ausführungen unter den Titel „Wundrand und Wundumgebung im Fokus – ein oft vergessener Schlüssel bei der Wundheilung“ und ging dabei nicht nur auf heilungsfördernde Faktoren ein, sondern auch auf obsolete Methoden zum Schutz von Wundrand und Umgebungshaut ein, wie die Verwendung von abdichtenden Pasten, die Benutzung von Farbstoffen, Puder und alkoholischer Lösungen sowie die Rasur der Umgebungshaut.

Referenten und Themen – zweiter Tag 

Der Samstag startete mit dem Vortrag von Nikolaus Schultz, Gesundheits- und Krankenpfleger und Inhaber der aka Ambulante Kranken- und Altenpflege Schultz GmbH & Co. KG aus Emmerting in der Nähe von Altötting. Schultz ging in seinem Referat auf die Probleme und Herausforderungen von Pflegediensten, die sich auf eine chronische Wundversorgung spezialisiert haben, in der Kommunikation mit den Krankenkassen ein. Schwerpunkte seines Vortrages waren dabei unter anderem die Schwierigkeiten einer auskömmlichen finanziellen Vergütung der professionellen Wundversorgung in Bayern im Allgemeinen und die Einzelverhandlung mit den Kostenträgern bei zeitaufwendigen Wunden.

Um das Thema Kommunikation ging es auch in dem etwa 90-minütigen Referat von Astrid Heinl. Sie ist ausgebildete Krankenschwester, Wundexpertin ICW® und hat sich in Nordheim bei Heilbronn als Life- und Businesscoach niedergelassen. „Ich höre was, was du nicht sagst – die professionelle Beziehung zwischen Wundpatienten“ lautete der Titel ihres Vortrags, in dem sie beispielsweise auf Wahrnehmungen, Haltungen und die Gestaltung von Beziehungen einging. Heinl beschrieb zudem die Konsequenzen, die Kommunikationsstörungen verursachen können, beispielsweise Frust und Demotivation, Vertrauensverlust, Therapieabbrüche sowie höhere Kosten und eine längere Behandlungsdauer.

Anschließend referierte Dr. Christian Grüneis, Handchirurg und Facharzt für Allgemeinchirurgie sowie Facharzt für plastische, rekonstruktive und ästhetische Chirurgie am Krankenhaus Altdorf bei Nürnberg, zum Thema „Der Plastiker und der diabetische Fuß“. Grüneis war bereits im letzten Jahr Gastdozent beim Fresh-up-Seminar und hatte mögliche Therapien für die Akut- und der Spätphase der Behandlung von Verbrennungen vorgestellt.

Den mittlerweile bereits traditionellen Abschluss des alljährlichen Fresh-up-Seminars bildete auch 2025 das Referat von Dr. med. Michaela Knestele, Fachärztin für Chirurgie und Chefärztin an den Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren sowie fachliche Leiterin der Akademie für Wundmanagement. Sie stellte praxisnah und informativ aktuelle Fallbeispiele aus der Wundbehandlung vor.

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